Spende der privaten Begemann Wirtschafts­schule München Pasing ermöglicht drittes „Train the Trainer“

Train the Trainer in Rwanda Bildung für Kinder auf dem Land

4 Tage lang wurde in diesem Raum im Paradise in Kirambo auf Englisch gesprochen, gelernt, gelacht und geübt.

„Train the Trainer“ in Rwanda geht in die dritte Runde

Vom 8. bis 12. April 2026 konnten wir endlich eine Fortsetzung unseres Train-the-Trainer-Projekts durchführen. Ein Jahr war das Programm on hold, weil wir neue Trainer gesucht haben – was gar nicht so einfach war. Jetzt haben wir sie gefunden. Und wir sind so froh darüber: Josiane und Theophile.

Die beiden sind für vier volle Trainingstage nach Kirambo gereist und haben die Lehrer der Cyapa Primarschule in Englisch geschult. Englisch für den Alltag, Englisch für den Unterricht. Ein kleiner Schritt, der wirklich viel bewegt für die Kinder, die wir mit dem Bildungshilfe Bottrop-Rwanda e.V. unterstützen.


Train the Trainer in Rwanda Bildung für Kinder auf dem Land

Zum Hintergrund: Warum Englisch in Rwanda so entscheidend ist

In Rwanda war ursprünglich französisch die Amtssprache (Sprache der Bildung und Verwaltung). Das änderte sich grundlegend: Seit 2003 ist Englisch offizielle Sprache Rwandas – natürlich neben der Muttersprache Kinyarwanda. Im Jahr 2008 ersetzte Englisch Französisch als Unterrichtssprache auf allen Schulstufen.

Das bedeutet: Wer heute in Rwanda keine Englischkenntnisse hat, hat auch nach einer guten Schulausbildung kaum Chancen auf gute Jobs, wo jetzt Englisch vorausgesetzt wird.


Wie aus diesem Hintergrund die Idee zu „Train the Trainer“ entstand

Im Dezember 2023 besuchte unser Vorstand mit einem Teil seiner Familie Rwanda. Seine Tochter Claire, Gründungsmitglied vom Verein, sah zum ersten Mal die Schulen, die wir mit unserem Verein Bildungshilfe Bottrop-Rwanda e.V. unterstützen. 400 Kinder begrüßten die Reisegruppe. Dabei fiel Claire auf: Viele Kinder sprechen und verstehen kaum Englisch. Und wenn, dann sehr schlecht. Auch diejenigen, die unsere Stipendien erhalten, haben Lücken.

Wir schaffen wichtigen Zugang zu Bildung, aber die Sprache wird zur nächsten Blockade. Die Kinder stehen wieder vor geschlossenen Türen.

Noch auf der Reise hatte Claire die Idee: Die Lehrer in Englisch schulen, damit die Kinder es von Anfang an lernen. Das Problem an der Wurzel packen!


Claire Nizeyimana Rwanda Projekt

CLAIRE NIZEYIMANA MIT IHREM BRUDER FÉLIX IM DEZEMBER 2023 IN RWANDA MIT 400 SCHÜLERN.


Jetzt könnten Sie sich fragen, warum die Kinder überhaupt so schlecht Englisch sprechen, wo die Sprache doch seit 2008 im Land an den Schulen ist. Weil es dauert, bis so eine große Veränderung auf dem Land ankommt, wo in Rwanda rund 72 Prozent der Menschen leben. Viele Lehrer auf dem Land mussten selbst von Französisch auf Englisch umschulen und wurden dabei nicht ausreichend unterstützt. Wer daheim mit Kinyarwanda oder Französisch aufwächst, hört kaum Englisch. Auch die Lehrer nicht – aber vor allem nicht die Kinder. Und wer eine Sprache kaum hört und spricht, lernt sie auch kaum.

Und: Wenn Kinder Spaß an einer Sprache bekommen, geben sie das untereinander weiter. Genau deshalb fängt alles bei den Lehrern an.

So wurde „Train the Trainer” geboren.

Wir schulen nicht die Kinder direkt. Wir schulen die Lehrer an der Grundschule. Denn ein Lehrer, der Englisch sicher und gern unterrichtet, gibt das automatisch an seine Schüler weiter und die an ihre Mitschüler sowie bestenfalls an ihre Geschwister. Das ist der Multiplikatoreffekt.


„Train the Trainer“ im April 2026 in Kirambo

Vier Trainingstage, zwei engagierte Trainer, acht motivierte Lehrer, ein Raum im Paradise in Kirambo. Josiane und Theophile haben geschult, was im Unterrichtsalltag wirklich gebraucht wird: Wie begrüßt man jemanden – formal und informell? Wie stellt man sich einem Fremden vor? Wie beschreibt man Gefühle auf Englisch – vor einer ganzen Klasse? Die Lehrer spielten Dialoge, übten Aussprache, debattierten miteinander. Auf Englisch.

Das Feedback war eindeutig: Die Lehrer wünschen sich weitere Trainingstage! Auch Josiane und Theophile sind glücklich und voller Freude über diese Tage nach Hause gefahren.



Ein Rückblick: „Train the Trainer“ von 2024 – heute

Unser Programm hat Geschichte. Beim ersten Mal – im April 2024 – schickten wir eine Lehrergruppe nach Kigali zum Training beim Agahozo Shalom Youth Village (eine amerikanische Institution). Dort blieben sie eine Woche lang und konnten intensiv ihr Englisch verbessern. Möglich durch die Unterstützung einer wundervollen Gruppe Spender aus München.

Beim zweiten Mal – im Mai 2025 – reisten zwei Trainer vom Agahozo Shalom Youth Village die Lehrer zu einer Supervision nach Kirambo zur Cyapa Schule. Realisiert durch eine Fundraising-AKtion auf Social Media durch unser Gründungsmitglied.

Und jetzt – zum dritten Mal – vier volle Trainingstage direkt in Kirambo. Was uns als Verein sehr freut, denn so ein Training bringt nur dann was, wenn die Lehrer dranbleiben und weiter geschult werden.

Das Paradise in Kirambo hat uns dabei das ganze Paket angeboten: Raum, Materialien, Verpflegung und Unterkunft für unsere Trainer. Ohne diese Gastfreundschaft wäre das Training in dieser Form nicht möglich gewesen.

Ein herzliches Dankeschön!

Dieses Training war nur möglich dank der großzügigen Unterstützung der privaten Begemann Wirtschaftsschule München Pasing – und natürlich dank Josiane und Theophile, die den langen Weg nach Kirambo auf sich genommen haben. Kirambo liegt im Norden Rwandas, auf fast 2000 Meter Höhe, sehr abgelegen, aber wunderschön.


Wie Sie uns unterstützen können

Wir möchten „Train the Trainer“ weitermachen und ausbauen. Jedes Training kostet rund 2.000,00 Euro – für Trainer, Spesen für die Lehrer (die für die Trainingstage von ihren Familien und Feldern weg sind, da das Training nur in den Ferien stattfinden kann), Unterkunft und Materialien.

Jede Spende ermöglicht weitere Trainingstage, weitere qualifizierte Lehrer, weitere Kinder mit echten Chancen.

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